Sister Act
Theater am Marientor
DUISBURG
12.04.2026
Autorin: Jana Diener
Foto © Jana Diener
Sister Act
Aktuell tourt das Musical Sister Act erneut durch Deutschland und Österreich und begeistert weiterhin ein breites Publikum. Basierend auf dem beliebten Kultfilm erzählt das Stück die Geschichte der Nachtclubsängerin Deloris Van Cartier, die plötzlich Zeugin eines Mordes wird und daraufhin im Zeugenschutzprogramm ausgerechnet in einem Kloster untergebracht wird. Zwischen strengen Regeln, ungewohnten Tagesabläufen und einer Gruppe völlig unterschiedlicher Nonnen prallen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Was zunächst wie pures Chaos wirkt, entwickelt sich schnell zu einer warmherzigen Geschichte über Gemeinschaft, Mut und Zusammenhalt. Gleichzeitig bleibt Sister Act aber vor allem eines: ein Abend voller Humor, Energie und mitreißender Musik.
Das Musical
Sister Act lebt von seinem besonderen Mix aus Gospel, Soul, Pop und Musicalsound. Die Musik von Alan Menken sorgt dabei durchgehend für Ohrwürmer und große Showmomente. Songs wie „Zeig mir den Himmel“, „Hier an diesem Ort“ oder „Singt hinauf zum Himmel“ verbinden emotionale Momente mit schwungvollen Choreografien und viel Energie auf der Bühne.
Gerade die Mischung aus humorvollen Szenen und ehrlichen emotionalen Momenten funktioniert auch in dieser Produktion hervorragend. Das Musical nimmt sich selbst nie zu ernst, verliert dabei aber nie sein Herz. Besonders schön ist, wie sich die Geschichte der einzelnen Nonnen nach und nach entwickelt und aus dem anfänglich chaotischen Kirchenchor eine echte Gemeinschaft entsteht.
Das Bühnenbild arbeitet geschickt mit den Gegensätzen der Handlung. Auf der einen Seite stehen die glamourösen Clubszenen aus Deloris’ altem Leben, auf der anderen das eher schlichte Kloster. Durch Lichtdesign und schnelle Szenenwechsel entsteht dennoch immer Bewegung und Dynamik. Besonders die großen Ensemble Nummern entfalten dadurch ihre volle Wirkung.
Auch die Kostüme tragen viel zur Atmosphäre des Abends bei. Die klassischen Nonnengewänder stehen in starkem Kontrast zu Deloris’ auffälligen Bühnenoutfits und sorgen immer wieder für humorvolle Momente. Vor allem gegen Ende, wenn der Kirchenchor immer mehr zur großen Show wird, entsteht auch optisch ein richtiges Spektakel.
Die Choreografien bringen zusätzlich viel Energie auf die Bühne. Gerade in den großen Gruppenszenen wird deutlich, wie wichtig das Ensemble für die gesamte Produktion ist. Die Tänzer:innen und Ensemblemitglieder sorgen ständig für Bewegung, Humor und Leben auf der Bühne und machen viele Szenen erst richtig rund.
Die Besetzung
Jahlisa Norton überzeugt als Deloris Van Cartier mit enormer Bühnenpräsenz und einer kraftvollen Stimme. Sie schafft es, die Figur gleichzeitig selbstbewusst, chaotisch, herzlich und verletzlich wirken zu lassen. Besonders in ihren großen Solonummern zieht sie die Aufmerksamkeit komplett auf sich und trägt die Show mit viel Energie durch den Abend.
Femke Soetenga ist als Mutter Oberin erneut ein echtes Highlight der Produktion. Mit ihrer Mischung aus Strenge, trockenem Humor und überraschend emotionalen Momenten bildet sie den perfekten Gegenpol zu Deloris. Gerade die Szenen zwischen den beiden gehören zu den stärksten und lustigsten des gesamten Abends.
Marcel Weber überzeugt als Eddie Fritzinger mit viel Charme und einer sympathischen Natürlichkeit. Seine Entwicklung vom unsicheren Polizisten zum kleinen Helden sorgt immer wieder für schöne und humorvolle Momente.
Janina Maria Wilhalm als Schwester Mary Robert gehört stimmlich zu den großen Überraschungen des Abends. Besonders ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte funktioniert sehr berührend und sorgt in ihren musikalischen Momenten für echte Gänsehaut.
Alexandre di Capri bringt als Curtis Jackson genau die richtige Mischung aus Bedrohlichkeit, Coolness und überzogenem Humor auf die Bühne. Gemeinsam mit seinen Handlangern entstehen einige der unterhaltsamsten Szenen des Musicals.
Auch Linda Rietdorff als Schwester Mary Lazarus, Sylvia Moss als Monsignore O’Hara, Susanne Rietz als Schwester Mary Nirvana und Ronja Rückgauer als Schwester Mary Theresa fügen sich wunderbar in das Ensemble ein und sorgen gemeinsam mit der gesamten Cast für einen Abend voller Energie und Spielfreude.
Besonders das Ensemble trägt die Produktion enorm. Viele kleine komödiantische Momente, die großen Chorszenen und die dynamischen Tanznummern leben davon, wie geschlossen und spielfreudig die gesamte Cast zusammenarbeitet.
Fazit
Sister Act bleibt auch weiterhin ein Musical, das einfach Spaß macht. Die Produktion verbindet humorvolle Szenen, mitreißende Musik und emotionale Momente zu einem Abend, bei dem man das Theater mit einem Lächeln verlässt.
Die Mischung aus bekannten Songs, starken Stimmen, energiegeladenen Choreografien und einer liebevollen Geschichte funktioniert nach wie vor hervorragend. Gerade die Chemie zwischen den Hauptfiguren und die starke Ensemblearbeit machen die Show zu einem echten Wohlfühl Musical.
Wer einen Abend voller Humor, guter Laune und großartiger Musik erleben möchte, sollte sich Sister Act auf keinen Fall entgehen lassen.

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