Kritik - Der Da Vinci Code-Sakrileg / Autorin: Bianca Dressel / Foto © Bianca Dressel

Der Da Vinci Code-Sakrileg

 

Theaterhaus Stuttgart

STUTTGART

03.06.2026

 

Autorin: Bianca Dressel

 

 

Foto © Bianca Dressel

Der Da Vinci Code Sakrileg

Der Da Vinci Code- Sakrileg - Ein Weltbestseller und Kinoerfolg als Theaterversion, kann das gut gehen? 

Am 3.6.2026 durften wir uns das Stück um rätselhafte Symbole, jahrtausendalte Machenschaften und eine wilde Jagd durch Europa im Theaterhaus Stuttgart ansehen.  

Das Musical 

Harvard Professor Robert Langdon wird als Experte für Symbolik in den Pariser Louvre bestellt. Dort wurde Chefkurator Jaques Sauniere in einem Pentagramm unter den Augen der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Robert Langdon soll die Symbole und Hinweise in den Werken Leonardo Da Vincis entschlüsseln und somit beitragen den Mord aufzuklären. Allerdings wird er durch sein umfangreiches (Täter-)Wissen schnell zum Hauptverdächtigen. Mit Hilfe der Kryptologin und Enkelin des Ermordeten, Sophie Neven gelingt ihm die Flucht vor der Polizei und ein Wettlauf gegen die Zeit und das Beweisen der Unschuld beginnt. Wird Landon es schaffen und das jahrhundertealte Mysterium lösen? 

 

Das Bühnenbild ist funktional und schlicht gehalten und durch seine Gitterstruktur wird es zur Projektionsfläche aber auch zur Spielfläche über mehrere Ebenen.

Die Kostüme sind durch die Vorgabe der Geschichte einfach gehalten aber sehr passend und authentisch. Dadurch dass sich alles innerhalb eines kurzen Zeitraums abspielt, sind keine größeren Umzüge nötig. 

Die Choreografien sind ansprechend und wirkungsvoll. Sie unterstützen die Übergänge und begleiten Szenen, ohne aufzudrängen oder deplatziert zu wirken. Hier ist weniger eindeutig mehr.

Die Musik unterstreicht die Stimmungen und unterstützt die Projektionen und Handlungen ohne in den Vordergrund zu rücken. Und als reines Sprechtheater spielt die Musik keine ganz so große Rolle wie in einem Musical oder Oper. 

 

Die Besetzung

Hannes Levianto als Robert Langdon:

Überzeugt als verpeilter, in seiner Welt lebenden Professor, der zwischen Naivität und Genialität schwankt. Hannes Levianto gelingt es scheinbar mühelos diese Zerrissenheit und den Unglaube an dem was passiert umzusetzen. Das Zusammenspiel mit seinen Mitspielern wirkt leicht und eingespielt.

 

Helena Charlotte Sigal als Sophie Neveu: 

Zerrissen zwischen Familie und Beruf weiß man oft nicht auf welcher Seite sie eigentlich steht. In diesem Konflikt überzeugt Helena Sigal im höchsten Maße und als Zuschauer fragt man sich immer wieder, was sie wirklich im Schilde führt.  

 

Cusch Jung in einer Doppelrolle als Jaques Saunier und Sir Leigh Teabing hat eine eindrucksvolle Ausstrahlung und Bühnenpräsenz. Seinen Rollen verleiht er Tiefe, ohne überzogen zu wirken und während des Stückes fragt ich mich immer wieder ist er der gute oder doch der Böse?

 

Silvio Römer als Silas:
Eine anspruchsvolle Rolle des getriebenen Mannes, der im blinden Glauben alles tut, was man von ihm verlangt. Jeden Schmerz, jede Qual stellt er so eindrucksvoll und authentisch dar, dass man stellenweise meint er füge sich diese Schmerzen Abend für Abend live zu.

 

Die restlichen Rollen und das Ensemble überzeugen in ihrer Präsenz an den richtigen Stellen, ohne in den Vordergrund zu drängen, aber man könnte auch nicht ohne sie auskommen da sie für das Erzählen und dem Verständnis der Geschichte von Bedeutung sind.

 

Fazit

Meine anfänglichen Bedenken, ob mir ein reines Theaterstück gefallen könnte, waren schnell zerstreut. Die Geschichte und Darstellungen holte mich sofort ab und ich war in der Welt des Robert Langdon eingetaucht. Allerdings ist das Erzähltempo und die Fakten zu den Symbolen an manchen Stellen etwas lang und man kann sich die ganzen spannenden Details und Erzählungen nicht merken bzw. nicht länger darüber nachdenken, da man sonst den Anschluss an die Geschichte verpasst. 

Spannend ist die Adaption in die heutige moderne Zeit: so nutzt Sophie Neveu im Stück beispielsweise ChatGPT welches es zu den Entstehungszeiten des Buches und der Verfilmung noch nicht gab.

Alles in allem war es ein toller Abend und sollte das Stück wieder aufgeführt werden lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. 

Als Musicalfan muss man allerdings wissen, dass es ein reines Sprechtheaterstück ist und hier nicht gesungen wird und somit keine Ohrwurmgefahr besteht.

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